Ist das die Zukunft des Transportwesens?

16.07.2020

Zukunft_Transportwesen

Die Abwrackprämie für PKW, auf die die Autobauer in Zeiten der Krise so gehofft hatten, ist von der Regierung abgelehnt worden. Dafür wurde die Umweltprämie für Elektroautos erhöht. Das bedeutet nicht nur Probleme für die großen Konzerne, die in den letzten Jahren ja immer noch und sogar zunehmend auf PS-starke Diesel-SUV gesetzt hatten. Das Umrüsten der Bänder auf Elektroautos und vor allem auch die Entwicklung entsprechender Modelle und Motoren hinkt genauso hinterher wie der Ausbau der Elektrotankstellen. Die Frage nach den Rohstoffen für die Akkus und die Klärung, wie der stark ansteigende Strombedarf für die Stromer gedeckt werden soll, wird auch noch einige Probleme aufwerfen.

Der Kurs in der Entwicklung ist jedenfalls auch für den LKW-Verkehr auf Strom gestellt. Bislang wurde der Einsatz effizienter elektrischer LKW stets durch das Gewicht der dazu nötigen Batterien erschwert. Dennoch fahren in den USA bereits seit zwei Jahren 30 Freightliner als E-Trucks und haben bisher rund 160.000 Kilometer vollelektrisch zurückgelegt. Daimler hat dazu die schweren eCascadia-LKW entwickelt. In Deutschland geht man andere Wege und hat die eigentlich alte Idee mit den Oberleitungen zur Stromabnahme weiter bis zur Praxisreife entwickelt. Das zeigt der sogenannte Electrical-Highway im südlichen Hessen. Dort fahren seit Mai 2019 auf der A5 derzeit noch zwei und ab Juli fünf Hybrid-LKW auf einer Teststrecke mit Oberleitung.

Auf der fünf Kilometer langen Spur können die Laster ihre Batterien aufladen, indem sie den Strom von oben holen. Das klingt erstmal utopisch, aber es funktioniert. Die Fahrer brauchen dafür eine Sonderschulung und die Spezial-LKW von SCANIA benötigen natürlich einige Sonderaufbauten. Dazu sind sie vollgepackt mit Elektronik, die alle möglichen Daten sammeln soll. Bis 2022 soll die Datensammlung laufen, während in Schleswig Holstein bereits eine zweite Strecke eingerichtet wird. Dann will man in einer groß angelegten Auswertung seine Schlüsse daraus ziehen, inwiefern der Gütertransport auf der Straße umweltfreundlicher gestaltet werden kann und soll.

Das Projekt trägt den sinnigen Namen ELISA und heißt in der langen Form “Elektrifizierter innovativer Schwerverkehr auf Autobahnen”. Die Kosten trägt das Bundesumweltministerium. Für die fünf Kilometer lange Strecke wurden 15 Millionen Euro ausgegeben. Verzögerungen hatte es auch schon gegeben. Erst hatte ein Unfall im Januar eine Fahrtrichtung in Hessen lahmgelegt, dann stockte die Auslieferung der nächsten Hybrid-LKW – durch Corona. Währenddessen schlafen die Japaner allerdings auch nicht. Sie gehen eigene Wege. Toyota entwickelt jetzt mit dem LKW-Hersteller Hino einen 26-Tonner, der allein mit Brennstoffzellen angetrieben wird. Dazu wird ein Hochdruck-Wasserstofftank mit 700 Bar Druck an Bord installiert werden, der die Energie für 600 Kilometer Reichweite liefern soll.

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